elpost


herausgegeben von elpos Schweiz

Die elpost erscheint drei Mal jährlich und befasst sich mit ganz unterschiedlichen Themen rund um das POS-Kind. Den Mitglieder der elpos - Vereine wird die aktuelle Nummer jeweils gratis zugestellt.

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Die aktuelle elpost - Nr. 46 Frühling 2012

Berufseinstieg und Pubertät


Folgende Themen wurden in letzter Zeit behandelt:

 


"2. Nationale ADHS-Tagung"

Nr. 45 Herbst 2011

Aus dem Inhalt:


"Familie unter Dauerbelastung"

Nr. 44 Sommer 2011

Aus dem Inhalt:


"Herausforderung Schule"

Nr. 43 Frühling 2011

Aus dem Inhalt:


"Alltagsstrategien"                  Ausverkauft

Nr. 42 Herbst 2010

Aus dem Inhalt:


"ADHS kommt selten allein"

Nr. 41 Sommer 2010

Aus dem Inhalt:


"ADHS und Gefühle"

Nr. 40 Frühling 2010

Aus dem Inhalt:


Betroffene und Fachleute im Gespräch
Besser als Ohrfeigen
Der Umgang mit ADHS im Alltag

Nr. 39 Herbst 2009

Aus dem Inhalt:


Lebendige Selbst – Hilfe

Nr. 38 Sommer 2009

Aus dem Inhalt:


Unaufmerksam, langsam, verträumt – ADHS ohne Hyperaktivität

Nr. 37 Frühling 2009

Aus dem Inhalt:


Wege zur Diagnose POS/ADHS

Nr. 36 Herbst 2008

Aus dem Inhalt:

Eine erfolgreiche Therapie setzt eine gründliche und differenzierte Abklärung durch eine Fachperson (Arzt oder Psychologe) voraus, die selbstverständlich im Besitz der notwendigen Qualifikation und Erfahrung sein muss. Die Behandlung von POS / ADHS darf sich nicht auf die Frage einer medikamentösen Behandlung reduzieren, sondern muss auf einer differenzierten Diagnosestellung basieren, die nicht zuletzt individuell auf den persönlichen Leidensdruck der Betroffenen und deren Familie eingeht.

Unsere regionalen elpos Beratungsstellen in der ganzen Schweiz, die von qualifizierten Fachpersonen geführt werden, helfen Ihnen gerne bei der Suche nach einer Abklärungsstelle. Stellvertretend für alle berichten die Beraterinnen von elpos Zürich über ihre Arbeit in Bezug auf die Abklärung und die Diagnostik bei POS / ADHS.


Gewalt und Mobbing

Nr. 35 Sommer 2008

Aus dem Inhalt:

Gewalt und Mobbing in allen tragischen Formen und mit allen verheerenden Folgen für die Betroffenen ist im Moment und immer wieder in aller Munde und in allen Zeitungen. Und es scheint, als wüsste jeder den Grund und hätte irgendein Rezept. Schuld sind die Eltern, die keine Erziehungsverantwortung mehr übernehmen wollen, die hohen Anforderungen in Schule und Ausbildung, die Ausländer oder die mangelnde Integration, die sogenannte Kuschelpädagogik... auf jeden Fall meistens "die Anderen". Die Problematik ist aber enorm komplex und lässt sich weder auf einfache Gründe noch auf einfache Rezepte reduzieren. In Bezug auf Kinder und Jungendliche mit POS/ADHS kommt eine weitere Komponente dazu, die nicht zu unterschätzen ist und die nur positiv angegangen werden kann, wenn man versucht, den Dingen lösungs- und ressourcenorientiert auf den Grund zu gehen.

Wir hoffen, dass wir Ihnen mit den Beiträgen von erfahrenen und engagierten Fachpersonen ein differenziertes Bild der Problematik aufzeigen können und dass Sie als Eltern oder Bezugspersonen auch wertvolle Anregungen zur Lösung der Problematik finden.

Ganz herzlichen Dank allen, die sich bereit erklärt haben, ihr wertvolles Wissen, ihre Gedanken und Erlebnisse mit uns zu teilen. Verena Schenk-Leu, Redaktion elpost


Leben mit POS / ADHS - Von der Jugend bis ins Erwachsenenalter

Nr. 34 Frühling 2008

Aus dem Inhalt:

Die Frühjahrsausgabe 2008 basiert auf der vergangen Fachtagung in Bern. Wir dürfen Ihnen nicht nur die beiden Referate in Kurzform präsentieren, es haben sich auch viele WorkshopleiterInnen bereit erklärt uns ihre Unterlagen und Auswertungen zur Verfügung zu stellen.


Legasthenie - Dyskalkulie - Lernstörungen

Nr.33 Herbst 2007

Aus dem Inhalt:

Kinder mit Lernstörungen haben es schwer. Obwohl auch sie mit viel Begeisterung in das Abenteuer Schule starten, stellen sich früher oder später Gefühle ein, wie sie sich auf dem Gesicht des Knaben auf dem Titelblatt widerspiegeln: Mutlosigkeit, Resignation, Unlust, Verweigerung, Müdigkeit, Traurigkeit, Angst, Verzweiflung - Was können wir für diese Kinder tun?

Wichtig ist, dass wir von Anfang an aufmerksam sind, denn POS/ADHS-Kinder sind häufiger von Lernstörungen betroffen als andere Kinder. Auch hier gilt: je früher eine Lese-/Rechtschreibschwäche und/oder eine Rechenschwäche erkannt und therapiert werden (möglichst schon in der ersten Klasse), desto besser sind die Erfolgsaussichten. Mehr Unterstützung ist dringend notwendig, denn gemäss PISA verlässt etwa ein Viertel der Schüler die Schule, ohne ausreichend lesen und schreiben zu können. Als Erwachsene sind sie nicht in der Lage, einfache Texte zu schreiben oder zu lesen und haben grosse Probleme im Beruf und im Privatleben.

Der Schulpsychologe ist die erste Anlaufstelle, wenn bei einem Kind ein Verdacht auf eine Lernstörung besteht. Nicht selten erhalten Eltern dann den Bescheid, es handle sich nur um eine leichte Störung, die keiner Therapie bedürfe. Viele Kinder brauchen aber trotzdem Hilfe, für welche die Eltern selber besorgt sein (und bezahlen) müssen. Bei einer ausgeprägten Legasthenie wird zwar Unterstützung von der Schule angeboten, welche aber meistens nicht ausreicht. Dyskalkulietherapie wird seitens der Schule (noch) nicht angeboten. Gemäss Forschungen wären eine Einzeltherapie bei einer ausgebildeten Legasthenie- bzw. Dyskalkulietherapeutin und tägliche zusätzliche Übungen zu Hause optimal.

Die Schule ist nicht in der Lage, diese aufwändigen Hilfsmassnahmen alleine zu leisten. Es liegt auch an den Eltern, Mittel und Wege zu finden, ihr Kind zu unterstützen; in dieser elpost finden Sie dazu viele Anregungen. Manche Eltern möchten ihr Kind nicht mit zusätzlichem Üben noch mehr unter Druck setzen oder sehen trotz grossem Einsatz keine Erfolge. Vielleicht kann dann eine Sonderschule Entlastung bringen und die Freude am Lernen wieder wecken.

 

Kinder mit Lernstörungen brauchen aber nicht nur wirkungsvolle Hilfe bei ihren Schwächen, sondern vor allem auch Förderung ihrer Stärken, damit sie Bestätigung, Erfolg und Freude erleben und ihr Selbstwertgefühl aufbauen können. Mit einem guten Selbstwertgefühl lässt sich leichter lernen.

Und last but not least brauchen sie Eltern und Lehrpersonen, die sie lieben, schätzen und an sie glauben. Wie sagt doch Dr. Stadelmann in seinem Artikel: "Lernen verändert unser Gehirn ein Leben lang; durch Lernprozesse findet eine lebenslange Hirnentwicklung statt." Und das Schönste daran: das passiert nicht nur beim schulischen Lernen sondern vor allem bei Beschäftigungen, die wir mit Begeisterung ausüben.


Geschwister - Partnerschaft - Familie

Nr. 32 Sommer 2007

Aus dem Inhalt:

Eltern und Umfeld prägen das Kind, daran glauben wir und tun unser Bestes, diese Erkenntnis umzusetzen, indem wir uns bemühen, unser Kind in einem guten Klima aufwachsen zu lassen, ein gutes Vorbild zu sein und möglichst viel Positives zu lehren und zu vermitteln. Aber auch Kinder prägen ihr Umfeld. Sie sind nicht Ton in unseren Händen, d.h. wir können sie nicht einfach nach unseren Wertvorstellungen und Wünschen formen. Gerade unsere Kinder bringen enorm viel Eigenwilligkeit mit auf die Welt. Wir müssen lernen mit ihren Ansprüchen, Charaktereigenschaften und Handicaps zu leben, dies hat Einfluss auf unsere Persönlichkeit und unser Leben.

Alle Eltern passen sich ihren Kindern an: Sie stellen z.B. ihre Schlaf- und Essgewohnheiten um, der Tagesablauf sieht plötzlich ganz anders aus, die berufliche Tätigkeit wird reduziert oder ganz aufgegeben, die Freizeitbeschäftigungen und möglicherweise der Freundeskreis ändern sich, und nicht zuletzt ändern sich auch die Eltern selber, sie werden z.B. verantwortungsbewusster. Die Veränderungen werden zum Wohle der Kinder nur zu gerne vollzogen, denn wir lieben sie über alles, freuen uns an ihnen und sind stolz auf sie.

Ein POS/ADHS-Kind fordert aber sehr viel mehr von seinen Eltern, es braucht unglaublich viel Präsenz und Kraft, und es entwickelt sich nicht immer zur allgemeinen Freude. Der aufreibende Alltag, der tägliche Kampf um Kleinigkeiten, grosse und kleine Enttäuschungen, unerfreuliche Rückmeldungen aus Umfeld und Schule zermürben und beeinträchtigen das Wohlbefinden von Eltern und Geschwistern. Zudem sind Meinungsverschiedenheiten betr. Erziehung vorprogrammiert.

Manchmal wird einfach alles zuviel, wir sehnen uns nach Ruhe und nach einer unbelasteten, kinderfreien Zeit. Wir möchten nicht immer nur bis an die Grenzen geforderte Eltern sein, sondern auch ein unabhängiges Individuum mit eigenen Interessen. Wenn es nicht ab und zu gelingt, diese Freiheit zu leben, die eigenen Bedürfnisse zu spüren und zu befriedigen, tun wir den Kindern keinen Gefallen. Sie brauchen zufriedene, ausgeglichene Eltern, damit sie bei ihnen den nötigen Halt sowie Liebe, Gelassenheit und Fröhlichkeit finden. Auch die Geschwister, welche viele Unannehmlichkeiten ertragen und auch Verantwortung übernehmen müssen, brauchen dringend ihren Freiraum.

 

Ganz besonders schwierig ist es, wenn auch ein Elternteil von ADHS betroffen ist. Jede Familie muss dann ihre eigene Überlebensstrategie entwickeln. Ohne Einsicht in die eigenen Schwierigkeiten und Hilfe von aussen ist dies kaum zu bewältigen. Glücklicherweise gibt es heute verständnisvolle und erfahrene Fachleute, welche Erwachsenen mit ADHS und ihren Partnern zur Seite stehen.

Auch wenn wir alles tun, um gute Eltern, ein guter Partner zu sein, eine Vorzeigefamilie werden wir wohl nie - und das ist gut so. Aber geniessen wir doch ganz bewusst die glücklichen Augenblicke mit unserer Familie.


POS/ADHS und Medikamente bei Kindern und Erwachsenen

Nr. 31 Frühling 2007

Aus dem Inhalt:

"Medikamente? - Nein, das kommt für uns überhaupt nicht in Frage", ist in der Regel die erste Reaktion von Eltern, wenn man sie auf die medikamentöse Behandlung von POS/ADHS anspricht. Was führt dazu, dass viele Eltern ihre Meinung ändern? Mit der Schule beginnt oft der grosse Leistungs- und Leidensdruck, was viele Eltern dazu bewegt, trotz ihrer Abneigung einen Versuch mit Medikamenten zu wagen. Endgültig überzeugen lassen sie sich dann von den auffallenden positiven Veränderungen, die bei optimaler Dosierung doch bei den meisten der behandelten Kinder zu beobachten sind.

Es gibt aber auch Eltern, welche sich gegen Medikamente entscheiden und dies aus verschiedenen Gründen, z.B.: Sie sind grundsätzlich gegen Medikamente und haben grosse Ängste, z.T. auch unbegründete. Das Kind meistert den Alltag auch ohne medikamentöse Unterstützung. Es wird mit anderen Therapien eine ausreichende Besserung erreicht. Das Kind reagiert überhaupt nicht oder mit starken Nebenwirkungen oder sogar Verschlechterung auf Medikamente.

Eltern wägen zusammen mit ihrem Arzt ab, ob Medikamente nötig und sinnvoll sind. Gerade für kritische Eltern keine leichte Entscheidung; gibt es doch z.B. im Internet rund 7'360'000 meist negative Eintragungen zu "Ritalin". Auch die Medien berichten meistens einseitig und negativ über das Thema. Das Umfeld findet oft, dass Medikamente gefährlich seien und es schon ohne ginge, würde das Kind nur besser erzogen. Eltern glauben, dass sie schlechte Eltern sind, wenn sie "einfach" Medikamente geben. Die Eltern werden von vielen Seiten für oder gegen eine Anwendung unter Druck gesetzt.

Medikamente ja oder nein, wer vor dieser Frage steht hat in der Regel bereits einen langen Leidensweg und oft auch unzählige erfolglose Versuche mit alternativen Behandlungen hinter sich. Niemand überlegt sich einen solchen Schritt, ohne massiven Druck. Es ist dann unumgänglich, dass man sich intensiv mit der Thematik auseinandersetzt, d.h.:
- Sich mittels guter Literatur informieren, wobei auch kritische Standpunkte zu beachten sind
- Sich von Fachleuten mit langjähriger Erfahrung beraten lassen.
- Mit Betroffenen über deren Erfahrungen sprechen.
- Sich aufgrund der Pro- und Contra-Argumente eine eigene Meinung bilden.
- Versuch machen und beobachten; der Nutzen sollte klar ersichtlich und auf jeden Fall grösser sein als evtl. Nebenwirkungen.

 

Dies alles trifft natürlich auch für Erwachsene mit ADHS zu. Wichtig ist in jedem Fall, dass zuerst eine sorgfältige Diagnose erstellt wird. Mit dieser elpost möchten wir Ängste und Vorurteile abbauen, Fragen beantworten und über die Möglichkeiten und Grenzen der medikamentösen Behandlung informieren, ohne dabei den Sinn und Wert anderer Therapien zu schmälern.


Leben mit POS/ADHS zwischen 15 und 25

Nr. 30 Herbst 2006

Aus dem Inhalt:

"Kleine Kinder, kleine Sorgen - grosse Kinder grosse Sorgen"; diese Weisheit hörte ich, als mein Sohn 1 1/2 Jahre alt war von einer Bekannten mit fast erwachsenen Kindern. "Kann schon sein", sagte ich, "aber zumindest beanspruchen sie dich nicht mehr rund um die Uhr, du hast auch Gelegenheit, dein Leben zu leben und zu geniessen".

Wenn Ihnen vor lauter Sorgen und Kummer um ihre Tochter, ihren Sohn wieder einmal der Schlaf geraubt wird, vergessen Sie das nicht! Nehmen Sie sich Zeit für sich selber, gewinnen Sie Distanz zu den Problemen Ihres Kindes. Während Jahren leben vor allem wir Mütter von Problemkindern oft nur für und durch unsere Kinder. Ihre Freuden sind unsere Aufsteller, ihre Leiden sind unsere Qual. Langsam aber sicher muss sich das wieder ändern. Unabhängig von den Ängsten und dem Ärger um unseren Nachwuchs müssen wir wieder lernen für uns selber Freude und einen Lebensinhalt zu finden.

Es bringt nichts, wenn unsere Gedanken ständig darum kreisen, was schlecht läuft, was wir dagegen tun könnten, wie wir unsere eigensinnigen Kinder auf den richtigen Weg bringen und vor Schaden bewahren können. Wenn die Kinder klein sind, können wir sie beschützen und leiten. Wir können etwas tun, z.B. körperliche und seelische Verletzungen mit unserer Liebe und Zuwendung heilen, bei den Hausaufgaben helfen, eine Therapie veranlassen oder die Beratung einer Fachperson in Anspruch nehmen. Kinder über 15 lassen uns oftmals nicht mehr an sich heran und weigern sich auch, die Hilfe einer Fachperson anzunehmen. Manchmal können wir nur noch hoffen und beten.

Das heisst nun aber nicht, dass wir einfach die Hände in den Schoss legen und unser Kind dem Schicksal überlassen sollen. Sagen wir unsere Meinung und weisen wir auf die Gefahren und Chancen ihres Verhaltens hin. Lassen wir sie die Konsequenzen spüren, die falsche Entscheidungen und ungünstiges Verhalten nach sich ziehen. Diese Konsequenzen können wir durchaus auch selber schaffen. Leider ist es nicht vermeidbar, dass diese oft auch uns hart treffen, dies sollten wir dann als unseren "Erziehungsbeitrag" betrachten. Aber geben wir auch Unterstützung, wenn das Kind einen guten Weg verfolgt und auf ein eigenes Ziel hin arbeiten will. Und lassen wir unser Kind nicht völlig im Stich, wenn es (wieder einmal) im Schlamassel steckt. In dieser elpost finden Sie viele Hinweise, was Sie tun oder lassen sollten bei einem Teenager oder jungen Erwachsenen mit ADHS. Aber: Diese Aufgabe sollte nicht mehr das Zentrum Ihres eigenen Lebens sein!

 

Oh ja, ich weiss sehr wohl, das ist nicht einfach, gelingt nicht von heute auf morgen. Aber es ist die einzige Möglichkeit, selber nicht unterzugehen, d.h. für unsere Kinder der Fels in der Brandung zu sein, selbst wenn die schlimmsten Ängste Tatsache werden sollten. Dass diese Katastrophenszenarien nicht unbedingt eintreffen müssen, zeigen auch die Erfahrungsberichte in dieser elpost. Ich hoffe, dass diese auch Ihnen etwas Mut machen.


Lernen mit Motivation, Konzentration und Methode

Nr. 29 Sommer 2006

Aus dem Inhalt:

Es gibt unzählige ausgezeichnete Bücher, Anleitungen, Lernprogramme, Tipps und Tricks, welche das Lernen einfacher und lustvoller machen sollen. Tatsache aber ist, dass Lernen nur zu oft mit harter Arbeit gleichzusetzen ist. Kommt hinzu, dass das Gelernte -wenn es denn endlich in unserem Kopf sein sollte - nicht immer da bleibt und bei Bedarf abgerufen werden kann. Das ist bei allen Menschen so, auch wenn das Lernen den einen ein bisschen leichter fällt, und sie vieles, selbst wenn sie es nur beiläufig mitbekommen haben, abspeichern und auf Befehl wieder hervorholen können. Konzentration und ein gutes Gedächtnis sind beim Lernen Gold wert.

Unsere Kinder gehören in der Regel nicht zu diesen Glücklichen. Für die meisten ist das Lernen ungeliebte und qualvolle Arbeit, vor der sie sich nur allzu gerne drücken. Um so wichtiger ist es, dass wir Mittel und Wege kennen, die ihnen das Lernen erleichtern. Sogar wenn der Stoff endlich "sitzt", heisst das noch lange nicht, dass dieser bei Prüfungen präsent ist. Angst und Stress blockieren dann gerade unsere sensiblen Kinder, so dass sie ihr wahres Können nicht zeigen können. Neben Wissen und Können ist ein gesundes Selbstbewusstsein und Selbstvertrauen, ruhiges, überlegtes und sorgfältiges Arbeiten ebenso wichtig. Eltern und Lehrpersonen haben die anspruchsvolle Aufgabe, dem Kind auch diese wichtigen Eigenschaften zu vermitteln.

Selbst wenn wir wissen, auf was es ankommt, ist es nicht einfach, dieses Wissen umzusetzen. Was nützt das beste Lernprogramm, wenn das Kind nicht damit arbeitet? Was hilft das beste Konzept, wenn sich das Kind nicht einmal hinsetzt, geschweige damit arbeitet. Was können wir tun, wenn es sich gar nicht helfen lassen will und beim kleinsten Versuch unsererseits nur noch herumschreit? Wie können wir ihm Selbstvertrauen vermitteln, wenn wir selber zweifeln? Ich hoffe, diese elpost kann Ihnen ein paar Antworten geben.

Es braucht sehr viel Geduld (= eine Form der Nächstenliebe), Einfühlungsvermögen, Diplomatie und nicht zuletzt Nerven, Kraft und Zeit, um mit einem POS/ADHS-Kind zu lernen, nicht alle Eltern sind in der glücklichen Lage, all dies immer aufzubringen.

 

Manchmal geht es einfach nicht ohne Hilfe von aussen. Sei dies eine besonders engagierte Lehrperson, eine Hausaufgabenhilfe, eine unterstützende Therapie oder eine "besondere" Schule.

Gerade unsere Kinder sollen erleben dürfen, dass Lernen nicht nur harte Arbeit, sondern auch Befriedigung, Freude und sogar Glück bedeutet.


Freizeit und Ferien

Nr. 26 Sommer 2005

Aus dem Inhalt:

Endlich frei - wir alle kennen dieses Gefühl und unseren Kindern ist die Erleichterung ins Gesicht geschrieben, wenn sie am Mittwochmittag, am Wochenende oder gar vor den Ferien zur Türe hereinkommen, Schulthek und Turnsack in eine Ecke schmeissen und sich ihrer Lieblingsbeschäftigung widmen.

Nur - so ganz unproblematisch ist diese Freiheit nicht, nicht für uns und schon gar nicht für unsere Kinder. Nach der ersten Euphorie können sich bald Langeweile und Spannungen einstellen, die Freizeit wird zur Herausforderung. Die Aktivitäten (oder Passivität), mit denen die leere Zeit ausgefällt wird, sind weder bei uns Erwachsenen noch bei den Kindern immer über alle Zweifel erhaben. Dabei ist sinnvolle Freizeitgestaltung heute ein Muss, ein beliebtes Thema im Freundes- und Bekanntenkreis, aber auch Lehrpersonen und zukünftige Arbeitgeber wollen wissen, was wir mit unserer Freizeit anfangen.

Nun gut, ich nehme an, für Sie ist es kein Problem, was Sie in Ihrer Freizeit unternehmen (würden), aber wie sieht dies bei unseren Kindern aus? Gemäss meinen Erfahrungen ist es nicht immer ganz einfach, eine geliebte und sinnvolle Freizeitbeschäftigung für sie zu finden. Was habe ich nicht alles versucht, um unseren Sohn von Computerspielen und Fernsehen wegzulocken! Von den unterschiedlichsten Gesellschaftsspielen über Laubsägeln, Töpfern, Malen, Musikinstrument, Pfadi, Wandern mit allem, was Kindern gefällt, bis zu verschiedenen Sportarten wie Boarden, Schwimmen, Skifahren, (Tisch-)Tennis, Segeln, etc. Nachhaltig begeistern konnte ihn nichts und vieles endete auch in einer Frustration. In ein Ferienlager wollte er um keinen Preis, und bis wir endlich den idealen Ferienort gefunden hatten, dauerte es Jahre. Am liebsten sass er an seinem PC oder las und das ist auch heute mit 23 Jahren nicht anders. Heute bin allerdings nicht ich es, die ihn weglockt, sondern seine Kollegen und die sind damit bedeutend erfolgreicher. Vieles, das sie tun finde ich toll, manches weniger. Hauptsache er ist glücklich, versuche ich mich dann zu trösten und verkneife mir einen Kommentar.

Wenn Sie diese elpost lesen, werden Sie staunen, wie vielfältig die Interessen und Steckenpferde unserer Kinder sind und wie erfolgreich viele dabei sind. Vielleicht finden Sie die eine oder andere Idee, für die Sie Ihr Kind begeistern können. Und nun wünsche ich Ihnen genussreiche und erholsame Ferien mit sinnvollen und weniger sinnvollen Beschäftigungen.


POS/ADHS und IV
Welche Therapien - welche Rechte?

Nr. 25 Frühling 2005

Aus dem Inhalt:

Der Lebensweg unserer Kinder ist nicht so bequem und übersichtlich wie der auf dem Titelblatt. Vielmehr gibt es Stolpersteine, der Weg ist steil, es gibt bedrohliche Schluchten und Bäche ohne Brücken. Manchmal endet alles in einem unüberwindlichen Dickicht oder an einem Abgrund und wir müssen eine weite Strecke zurück, um eine andere Abzweigung zu nehmen. Die Nerven liegen blank und jeder gibt dem anderen die Schuld am Debakel. Unsere Kinder hüpfen nicht leichtfüssig und fröhlich den Weg entlang, schnell sind sie müde und mutlos, wollen nicht mehr weiter, sind unglücklich oder wütend und wir als Eltern leiden mit ihnen.

Es ist sehr anstrengend und manchmal frustrierend - aber auch interessant. Alle die gerne wandern, werden mir beipflichten. Nichts ist schlimmer als eine breite, ebene, gradlinige Strasse ohne Überraschungen und Strapazen, ohne wechselnde Perspektiven und Ausblicke.

Natürlich verlangt ein so anspruchvolles Unterfangen eine gute Vorbereitung und Ausrüstung. Unterwegs beachten wir die Wegweiser und nehmen auch die Hilfe von ortskundigen Menschen in Anspruch. Sie können uns die Richtung oder den Einstieg für die beste Route zeigen. Sie begleiten uns ein Stück, nehmen uns etwas Gepäck ab und zeigen uns, wie ein Hindernis am besten überwunden werden kann. Sie helfen unseren Kindern selbständiger und selbstbewusster zu werden, etwas aus eigener Kraft zu erreichen, nehmen ihnen die Angst und geben ihnen Vertrauen und Sicherheit. Wie gross sind dann Freude und Stolz, wenn eine schwierige Etappe geschafft ist! Ein paar dieser Begleiter und ihre Angebote möchten wir Ihnen in dieser elpost näher vorstellen.

Das heisst nun aber nicht, dass Sie einfach alle zur Verfügung stehenden Angebote in Anspruch nehmen sollen, denn auch hier gilt: "Allzu viel ist ungesund!" POS-Kinder brauchen viel Zeit zum Regenerieren, Pausen, in denen sie Dinge tun können, die sie ganz besonders mögen. Mehr als eine Therapie gleichzeitig verkraften die wenigsten. Deshalb muss sorgfältig überlegt werden, wo die Hilfe am nötigsten ist, und regelmässige Standortbestimmungen sind unerlässlich.

 

Noch ein Wort zum "Proviant". Lob ist ein ausgezeichnetes und erst noch kostenloses Stärkungsmittel. Richtig loben ist eine "Therapie", die Lehrpersonen, Eltern und alle Betreuer von POS/ADHS-Kindern anwenden können.

Wie überall spielt auf unserer "Wanderung" auch das Geld eine Rolle. Deshalb ist es wichtig zu wissen, dass die POS-Diagnose finanzielle Unterstützung durch die IV möglich macht. Wir haben genau nachgefragt, welche Rechte unter welchen Voraussetzungen POS-Kinder gegenüber der IV haben.


Welche Behandlungen für POS/ADHS-Kinder gibt es neben Ritalin?                  Ausverkauft

Nr. 22 Frühling 2004

Aus dem Inhalt:

Medienberichte und Diskussionsrunden zur POS/ADHS-Problematik erschüpfen sich häufig in einer heftigen Auseinandersetzung pro und kontra Medikamente. Im Internet gibt es etwa 772'000 Eintragungen zum Stichwort "Ritalin". Die Not der Betroffenen und ihrer Angehörigen bleibt dabei oft auf der Strecke.

elpos weiss um die vielfach tragischen Auswirkungen und Spätfolgen eines unerkannten und unbehandelten POS/ADHS und anerkennt die seit über fünfzig Jahren angewendete medikamentöse Therapie mit Methylphenidat als wirksame Hilfe. Weltweit haben unzählige Eltern erfahren, wie dieses Medikament ihren Kindern und der ganzen Familie zu einem einigermassen normalen Leben verholfen hat. Diese Ansicht und Erfahrungen teilen auch 75 international tätige Wissenschaftler, welche eine entsprechende Erklärung unterzeichnet haben.

Dies heisst nun aber nicht, dass immer und nur Ritalin eingesetzt werden soll und kann. Andere Therapien haben ebenfalls ihre Berechtigung und können hilfreich sein. Auch von Alternativvorschlägen zu Ritalin wimmelt es, und es ist schwierig, den Durchblick zu behalten. In dieser elpost lesen Sie über anerkannte Therapiemöglichkeiten, die stellvertretend oder ergänzend zur medikamentösen Behandlung eingesetzt werden können.

An unserer Tagung vom 17. Januar 2004 wurden Homöopathie und Ernährung näher vorgestellt, sicher die am häufigsten angewendeten Alternativen, welche bemerkenswerte Erfolge verzeichnen können. Die anthroposophische Pädagogik vermag mit ihrer Erziehung und Schule sowie mit anthroposophischen Medikamenten und Therapieansätzen alle Ressourcen auszuschüpfen.

Weitere Behandlungsformen können ebenfalls Verbesserungen und Entlastung bringen, was bei weniger schwer betroffenen Kindern, die in einem optimalen Umfeld aufgehoben sind, ausreichen kann. Bei einem ausgeprägten POS/ADHS genügen diese Therapien allein in der Regel aber nicht. Wir möchten deshalb nicht von alternativen, sondern von komplementären Methoden sprechen.

In dieser elpost kann nicht auf alle Therapien eingegangen werden, wir wollen aber zu einem späteren Zeitpunkt weitere, insbesondere funktionelle Therapien (z.B. Psychomotorik-, Ergo-, Verhaltens-, Lerntherapie, etc.) vorstellen.

Liebe Eltern, bei den vielen Angeboten und überzeugungen ist es nicht einfach, eine Entscheidung zu treffen. Informieren Sie sich und wählen Sie den für Sie und Ihr Kind stimmigen Weg, so dass Sie voll und ganz hinter der gewählten Behandlung stehen können. Diese sollte allerdings innerhalb nützlicher Frist Erfolge zeigen, denn das Leben unserer Kinder ist zu kostbar, als dass wir allzu viel Zeit mit wirkungslosen oder gar verschlimmernden Massnahmen verschwenden dürfen. Eine erneute Beurteilung ist dann angezeigt.